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Tipps zur Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Die Vermeidung der Abfälle wird daher im 2012 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschaftsgesetz als oberstes Ziel im Umgang von Abfällen genannt. Akteure in Sachen Abfallvermeidung sind sowohl die Produzenten von Produkten als auch die Konsumenten. Angesprochen sind also wir alle. Denn wir konsumieren täglich; nicht zu konsumieren, ist unmöglich und so zu konsumieren, dass möglichst wenig Abfall anfällt, ist gar nicht so einfach. Ein solches Konsumverhalten erfordert Initiative und ein wenig Hartnäckigkeit.

Mehr Geld, mehr Konsum, mehr Abfall

Ein Blick auf die europäischen Abfallstatistiken zeigt: Deutschland ist europaweit Spitze, wenn es darum geht, die Abfälle zu recyceln. Das ist eine wichtige Errungenschaft und trägt zum Klima- und Ressourcenschutz bei. In Sachen Abfallvermeidung jedoch stehen wir nicht so gut da: Angaben von Eurostat, dem statistischen Dienst der Europäischen Union, zufolge produziert jeder Bundesbürger im Schnitt jährlich 587 Kilogramm Abfall. In den Nachbarländern Dänemark (833 Kilogramm) und Luxemburg (707 Kilogramm) sind es noch mehr, beide Länder sind auch Spitze beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt. Am wenigsten Abfall fällt mit 316 Kilogramm pro Person und Jahr in der Tschechischen Republik an. Was also kann man als Verbraucher tun, um Abfälle zu vermeiden? Die Antwort ist einfach: Weniger und bewusster einkaufen und die Dinge möglichst schonend und lange nutzen! Denn für jeden Artikel, den wir kaufen, wurden Rohstoffe gewonnen und verarbeitet, fielen bereits in der Produktion Abfälle an, waren Transporte notwendig usw. Das kostet verbraucht Material und Energie und belastet - direkt oder indirekt - die Umwelt. Die folgenden Tipps, gegliedert in verschiedene Lebensbereiche, sollen deshalb Anregungen für erfolgreiche Abfallvermeidung im täglichen Leben geben.

Im Supermarkt

  • Überlegen Sie vor dem Einkauf, welche Lebensmittel noch vorhanden und nicht mehr lange haltbar sind, und schreiben Sie eine Einkaufsliste.
  • Nehmen Sie einen Korb oder Tragetaschen mit, damit Sie nicht auf Plastiktüten angewiesen sind.
  • Vermeiden Sie Plastikverpackungen von Obst und Gemüse. Wenn Sie auf dem Wochenmarkt einkaufen, können Sie leichter ohne auskommen.
  • Vermeiden Sie Plastikflaschen - umweltfreundlichere Alternativen sind Glasflaschen. Im Übrigen: Leitungswasser in Deutschland genügt höchsten Qualitätsansprüchen und schmeckt gut. Das Wasser aus dem Supermarkt benötigen wir daher gar nicht.
  • Kaufen Sie keine Großpackungen, wenn ein Teil der Lebensmittel später im Müll landet.
  • Verzichten Sie auf unnötig verpackte Produkte wie etwa die Blumen in der Folie oder die Sektflasche im Karton.

In der Küche
Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zufolge werden in Deutschland pro Kopf jährlich Nahrungsmittel im Wert von rund 235 Euro weggeworfen. Einkaufen mit Köpfchen ist daher nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern schont auch den Geldbeutel:

  • Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Häufig sind die Produkte auch noch nach dessen Ablauf ohne Gefahr genießbar und schmecken noch gut.
  • Hingegen tragen einige Produkte ein Verbrauchsdatum (z. B. Hackfleisch und Räucherlachs). Sie sollten nach dessen Ablauf auch nicht mehr verzehrt werden.
  • Lagern Sie die Vorräte richtig und kontrollieren Sie die Vorräte regelmäßig.
  • Verwenden Sie Reste weiter, dazu gibt es sogar spezielle Kochbücher.

In Büro, Schule und Universität

  • Für die Pausen sollte man Speisen und Getränke in wiederverwendbaren Behältern transportieren, also in Thermoskannen, Brotdosen oder Ähnlichem.
    Im Büro gilt: Denken Sie nach, ob Sie Mailings wirklich in Papierform benötigen, bevor Sie sie ausdrucken.
  • Bedrucken Sie Papier beidseitig.

Bei Anschaffung von Kleidung
Weniger einzukaufen vermeidet auch Abfälle in der Produktion. Insbesondere Kleidungsstücke, die von Discountern verkauft werden, werden oft unter Bedingungen produziert, die Umwelt, Angestellte und Anwohner in den Ländern, in denen sie hergestellt werden, stark belasten:

  • Überlegen Sie genau, was Sie benötigen. Oft ist die Anschaffung eines guten, ein wenig teureren Kleidungsstückes besser als die von mehreren von minderer Qualität.
  • In Second-Hand-Läden findet sich oft schicke, bezahlbare Kleidung für die ganze Familie.
  • Bevor Sie Kleidungsstücke in den Müll werfen, überlegen Sie, ob Sie sie weiterverschenken, an Second-Hand-Läden und Kleidersammlungen weitergeben oder im Internet verkaufen können.

Bei der Anschaffung von Möbeln, Elektronikgeräten oder Ähnlichem
Bei größeren Anschaffungen sollte auf Langlebigkeit der Produkte geachtet werden. Manchmal lohnt es sich, ein wenig mehr Geld zu investieren. Viele Dinge kann man gebraucht kaufen, sich leihen oder mit anderen teilen.

  • Viele kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe haben Gebrauchtwarenhäuser, in denen gebrauchte Gegenstände aufbereitet und preiswert weiter verkauft werden. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem regionalen Betrieb.
  • Viele Kommunen bieten im Internet Verschenkmärkte. Dort können Sie Dinge inserieren, die sie nicht mehr benötigen, oder sich selbst auf die Suche machen.
  • Ersetzen Sie Batterien durch Akkus: Dadurch produzieren Sie weniger Problemabfall und sparen Geld.

Sonstiges

Bringen Sie einen Hinweis auf Ihrem Briefkasten an, dass Sie keine Werbebroschüren bekommen wollen, ohne dass sie diese bestellt haben.
Lassen Sie sich in die „Robinson-Listen" mit Verbrauchern aufnehmen, die nicht unaufgefordert Werbung erhalten möchten. Der Eintrag ist kostenfrei. Viele seriöse Unternehmen respektieren diese Listen.